Definition

Die deutsche Chemiebranche ist mit einem Anteil von 11 % Umsatz die drittstärkste Industrie im verarbeitenden Gewerbe (nach Fahrzeug- und Maschinenbau). Sie lässt sich in verschiedene Teilbereiche unterscheiden, von denen Spezialchemikalien und Pharmazeutika ungefähr ein Drittel des Umsatzes in der Chemiebranche einnehmen und Petrochemikalien sowie Polymere je circa 15 %. Aufgrund ihres hohen Energiebedarfs, der vor allem durch fossile Energieträger gedeckt wird, verursacht die chemische Industrie 5,5 % der CO2-Emissionen in Deutschland 1. Dabei bildet sie mit ihren Produkten die Basis weiterführender Wertschöpfung in anderen Sektoren. Eine Transformation der chemischen Industrie würde sich also auf den gesamten Lebenszyklus der Produkte auswirken.

In Sachsen-Anhalt sind derzeit fünf Chemieparks angesiedelt: Bitterfeld-Wolfen, Leuna, Schkopau/Böhlen, Piesteritz und Zeitz. Erwähnenswert sind u.a. folgende Vorteile, die sich aus einem Verbund im Industriepark ergeben22:

  • Bestehende Infrastruktur, die synergistisch am Standort genutzt werden kann und die Transportwege verkürzt und damit Effizienzen für die weitere Wertschöpfung erhöht. So können auch Recyclingprozesse regional eingebunden werden
  • Zentrale Ansiedlung von Produzenten und Abnehmenden und dadurch Effizienzsteigerung und Senkung von Transport- und Infrastrukturkosten
  • Gebündeltes Know-How und jahrzehntelange Erfahrung, verbunden mit kurzen Wegen

An Standorten, die nicht in Industrie- oder Chemieparks eingebunden sind, fehlen diese Vorteile. Insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen, die außerhalb dieser zentralen Infrastruktur angesiedelt sind, ergeben sich dadurch bei der Transformation besondere Herausforderungen. Dementsprechend bedarf es eines Wissenstransfers zwischen verschiedenen Sektoren, Unternehmen und Regionen entlang der Wertschöpfungskette, bei dem auch externe Stakeholder (wie Forschung, Politik, Multiplikatoren und Gesellschaft) miteingebunden werden. Dies wollen wir im HOUSE of TRANSFER erreichen.

BioEconomy e.V.

Der BioEconomy e.V. vereint überwiegend regionale Unternehmen und Forschungseinrichtungen in Mitteldeutschland im Bereich der biobasierten Wirtschaft und vernetzt sie national sowie international.

Ziel dieses Bioökonomie-Clusters ist es, die stoffliche und energetische Nutzung von Biomasse voranzutreiben, um so den Umstieg von fossilen auf nachwachsende Rohstoffe zu beschleunigen. Dazu vertritt der BioEconomy e.V. die Interessen seiner Mitglieder in Wirtschaft, Wissenschaft sowie Politik und unterstützt sie bei der Realisierung von Forschungs-, Entwicklungs- und Implementierungsvorhaben.

Der BioEconomy e.V. begreift den notwendigen Strukturwandel in Mitteldeutschland als Chance, entscheidende Akzente für die Etablierung und Stärkung der Bioökonomie zu setzen.


Eine aktuelle Übersicht der Mitglieder und weitere Informationen zum BioEconomy e.V. finden Sie unter:

https://www.bioeconomy.de

Aktivitäten im Bereich Bioökonomie

Organisation von Networking-Events, Konferenzen und Fachveranstaltungen

  • International Bioeconomy Conference Series
    • Die internationale Bioeconomy Conference (iBC) hat den Anspruch, der wichtigste jährliche Treffpunkt für Wirtschaft und Politik im Bereich der Kreislaufwirtschaft und Bioökonomie in Deutschland zu sein.
    • https://www.bioeconomy-conference.eu
  • BusinessTreffs
    • Veranstaltungen mit wechselnden Ausrichtenden und Themen zum Wissenstransfer zwischen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen und Unternehmen.

Themenvertretung, Politikberatung und Zugang zu politischen Entscheidungsträgern

Initiierung und Begleitung von Leuchtturmprojekten

  • BioEconomy Hub
    • Planung einer Bioraffinerie-Skalierungsinfrastruktur in Leuna für KMU der Biotechnologie
  • InnovationsHub „Zukunft Holz & Klima“
    • Etablierung holzbasierter Wertschöpfungsketten in Mitteldeutschland

Vernetzung

Boosting Rural Bioeconomy Networks (BRANCHES)

Mitwirkung an der Schaffung einer international sichtbaren Region der zirkulären Bioökonomie in Mitteldeutschland durch europaweite Vernetzung

https://www.branchesproject.eu

Weitere Informationen

Auswahl von Links für relevante Bioökonomie-Internetseiten und -Literatur

Europa
Deutschland
Mitteldeutschland

Bioökonomieatlas für das Mitteldeutsche und Lausitzer Revier

Der Bioökonomieatlas stellt umfangreiche Daten und Informationen zur Bioökonomie in den Regionen Mitteldeutschland und Lausitz bereit. Das umfasst u. a. einen Überblick von relevanten regionalen Entwicklungsstrategien sowie Details zu Branchen, Beschäftigungsstrukturen und Biomassebasis.

https://www.dbfz.de/biooekonomieatlas/start


  1. VCI (2022): Branchenportrait. Daten und Fakten im Überblick ↩︎
  2. IMG Sachsen-Anhalt (2020): Stärken des Chemiestandorts ↩︎